Shauli Einav Quintet
Als am 11. Januar des letzten Jahre „Opus One“ von Shauli Einav auf dem französischen Label Plus Loin Music veröffentlicht wurde, stand die Fachwelt Kopf. Ein bis dato weitestgehend unbekannter israelischer Saxofonist veröffentlicht das, was – darüber war man sich einig – zumindest das Zeug zum besten Mainstream Album des Jahres hat:
Kompositionen, die sich nahtlos einfügen in die Liste zeitlos großer Werke wie Mr PC oder Ornithology – oder, um das mal abzukürzen, schlicht und einfach allem, was Horace Silver oder Bobby Timmons je geschrieben haben –, eine Band, die auch noch so raffiniertes Zeug spielt wie an der Schnur gezogen, und schließlich ein Saxophonist, der es sowohl auf dem Tenor als auch auf dem Sopran zu unbedingter Meisterschaft gebracht hat.
Opus One ist ein geradezu überwältigendes Album, das wieder einmal zeigt, welch fantastisch gute Arbeit der seit Mitte der 90er Jahre in Israel lebende Arnie Lawrence geleistet hat. Ebenso wie Eli Degibri, Omer Avital oder der schon seit einigen Jahren für Furore sorgende Avishai Cohen kommt Einav nämlich aus dessen Schule. Einav kommt 20-jährig – er hat gerade vom Alto zum Tenorsaxophon gewechselt – zu ihm; bereits da ist er ein Großtalent, das schon eine kleine Karriere als Violinist und Schlagzeuger hinter sich hat. Unter Lawrence‘ Fittichen studiert er die Großen des Jazz, angefeuert von den Mantras seines Meisters: „When you play, you have to play the truth and you have to play so it swings. It’s not about just having fun, it’s about delivering a message to the world […] it has to have meaning and a strong sense of urgency behind it.” Und tatsächlich ist Eindringlichkeit sozusagen das Markenzeichen dieses “rising stars”: die Musik brennt, die Band swingt geradezu teuflisch gut. Kein Wunder, sind ja auch alles gute Leute. Um nur einen zu nennen: Shai Maestro, seines Zeichens Pianist des oben genannten Avishai Cohen, ist nicht weniger als Weltklasse und würde uns schon in einer Trio-Formation sehr, sehr gut gefallen.
Vermutlich ist dies die einzige Gelegenheit, diese Band, deren Mitglieder aus allen Weltteilen für diese Tour zusammen kommen, zu einigermaßen vertretbaren Preisen in die Cavete zu holen. Deswegen der unübliche Donnerstagstermin. (Andere haben das nämlich offenbar auch bemerkt…)
Shauli Einav – tenor and soprano saxophone
Shai Maestro – piano
Yonathan Voltzok – trombone
Or Bareket – bassDaniel Dor – drums
Do., 7. Juni 2012, 21:00 Uhr
CAVETE, Steinweg 12, 35037 Marburg
Eintritt: € 10,00
Die Tour wird unterstützt von oder der Israelischen Botschaft.
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