Lee Konitz New Trio

Es gibt nur noch wenige der großen „alten“ Namen des Jazz, die scheinbar ewig jung auf der Bühne stehen. Es ist uns eine große Ehre, dem Marburger Publikum Altsaxophonist Lee Konitz zu präsentieren. Konitz blickt mit mitt- lerweile 84 Jahren auf eine der eindrucksvollsten Jazz-Karrieren zurück, die man sich denken kann. Er hat mit allen großen Namen gespielt, die es im Jazz gibt.

Ende der 40er Jahre galt er als der einflussreichste Altsaxophonist neben Charlie Parker. Er galt als der Inbegriff des Cool Jazz und war gleichzeitig 1949 in Lennie Tristanos Band am Quantensprung im Jazz beteiligt: das erste Free Jazz-Stück der Musikgeschichte, 12 Jahre, bevor der Begriff von Ornette Coleman geprägt wurde… Heute pflegt er den Spagat zwischen Lyrizismus und energetischer Entfaltung. Sein mystischer, seelenvoller Ton ist ebenso Markenzeichen wie sein kundiger, respektvoller und trotzdem humor- voller Umgang mit Standards: Die Themen reifen in mäanderndem freien Spiel heran und manchmal werden sie erst gar nicht im Original zitiert sondern umspielt.

Der große Meister beherrscht die Klaviatur von freiem Spiel bis zur Formstrenge von Evergreens. Wie bei Gil Evans oder Coleman Hawkins ist die Förderung des Jazz-Nachwuchses ein großes Anliegen von Lee Konitz, der schon seit Jahrzehnten mit der jeweils jüngsten Generation auf die Bühnen und ins Studio geht.

Seine aktuelle working Band, zu der im Quartett auch der deutsche Pianist Florian Weber, gehört kann man aber beim besten Willen nicht mehr als „Nachwuchs“ bezeichnen. Drummer George Schuller gehört sowohl am Schlagzeug als auch als Komponist und Bandleader zu den ganz Großen. Davon konnte sich das Caveten-Publikum unlängst erst wieder bei seiner Band Circle Wide überzeugen. Der ebenfalls umtriebige New Yorker Bassist Jeremy Stratton ist nicht nur ein großartiger Musiker, sondern neben der Partnerschaft mit Lee Konitz auch Mitglied in George Schullers eigenem Trio und Quintett. Konitz betrachtet seine aktuelle Band als Höhepunkt seiner Welt-Karriere; er schwärmt über die musikalische und spirituelle Seelenverwandschaft, die für ihn Voraussetzung für funktionierende Band-Improvisationen voller Tiefe und Musikalität ist. Seit Jahren bereichert er mit Stolz und unglaublicher Spielfreude Festivals und Clubs mit seinen Formationen.

Man spürt nach den ersten Takten, dass hier keine Musik gearbeitet wird, sondern mit einer absoluten Authentizität und aus tiefster Überzeugung von der gesamten Band zelebriert wird. Und das ist keine Übertreibung, sondern eher Understatement…

Lee Konitz (Alt Saxofon),
Jeremy Stratton (Bass)
George Schuller (Schlagzeug)

Eintritt: VVK 25,00 €, Abendkasse: 28,00€

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