Kazansky & Wingmen

Man hat es als Musiker momentan schon schwer, einen passenden Bandnamen zu finden, zumal für ein Jazzprojekt, das ja per se amerikanophil und damit heutzutage leicht moralisch angreifbar ist. War man beispielsweise als Tesla-Fahrer eben noch der aufgeklärte und umweltbewusste Hipster der Stunde, steht man nur Augenblicke später auf der dunklen Seite der Macht. Und auch unser cleverer Verweis auf den popkulturellen Nerdkanon (Maverick) verpufft in Sekundenschnelle zu einer scheinbar geschmacklosen Bezugnahme zur Weltpolitik. Dabei waren die witzigen und schlauen Bezüge quasi unerschöpflich. Man hätte noch nicht mal offensichtliche musikalische Bildlichkeit bemühen (melodische Salven, explosive Drums, harmonische Verwüstung) oder den Musikern militärische Ränge zuweisen müssen (Major der tiefen Töne, Oberbefehlshaber des Grooves), mal ganz abgesehen vom unerschöpflich weiten Feld der Onomatopoesie, das man problemlos außer Acht hätte lassen können.

Bandphoto Kazansky & Wingmen

Nein, allein der Name hätte all das automatisch als Assoziationskette im Geist unserer treuen und smarten Fans in Gang gesetzt. Doch jetzt stehen wir wiederholt mit einem völlig unpassenden Bandnamen blamiert vor dem erwartungsvollen Publikum. Was bleibt, sind schnöde Fakten ohne spannende Bandvita: Jazzfunk, Funkjazz, Fusiongrooves und Groovefusion mit Spätwerken von George Duke, Jeff Lorber und genreverwandten Wiederholungstätern durch die Vielflieger des gepflegten Cavetendonnerstags in alphabetischer Reihenfolge: